Keine Ahnung vom Segeln und trotzdem dritter bei einer
Regatta geworden.

Das geht nur mit der richtigen Crew und einem
ordentlichen Kapitän!

Captain Luc
und seine Frau lernten wir im letzten Jahr bei einem Segelevent kennen, an dem
wir auf deren Boot „Minx“ teilnahmen. Nun haben wir es endlich mal zusammen mit
unseren Freunden Karin und Thomas geschafft, ihrer Einladung zu folgen und
durften zum dritten Twilight Race des Changi Sailing Club wieder an Bord.

Allerdings
war diesmal richtiges Mitarbeiten angesagt: Die Männer mussten an den Winschen
das Vorsegel bedienen und wir Mädels waren zur Ausbalancierung des Bootes
abkommandiert. Ich bin mir nicht sicher, was anstrengender ist. Die Jungs
mussten mit allen Kräften kurbeln, aber das ständige von Backbord nach
Steuerbord und wieder zurückgerobbe war auch nicht ohne. Meine Knie haben sich
jedenfalls am Abend bedankt. Dafür war die Stimmung super und das Wetter
phantastisch. Ein bisschen Wind um die Nase ist bei über 30 Grad Temperatur sehr
angenehm. Neben der Arbeit gab es auch immer wieder ein paar Minuten
Verschnaufpause, in denen wir entspannt die Füße im Wasser baumeln lassen konnten
und die anderen Segelboote beobachteten.

An den
Bojen, die umrundet wurden, hat der Fotograf auf uns gewartet und Lucs Frau
Roseanne hat uns alle rechtzeitig in Position gebracht.


Von sieben
Leuten an Bord wussten eigentlich nur drei, was sie zu tun haben. Aber Captain
Luc behielt stets die Kontrolle. Er ist drei Mal die Woche alleine mit der Minx
unterwegs, so hat er stets alles im geübten Blick. Während wir ängstlich
wurden, wenn sich die richtig großen Pötte näherten (ein ziemlich blödes
Gefühl, wenn zwei solche Riesenschiffe von beiden Seiten kommen), ertönte
hinterm Steuerrad die holländische Stimme: „Ich habe es gesehen. Keine Angst, dieses
Boot wurde in Dänemark für die Nordsee gebaut. Die paar Wellen machen uns
nichts aus.” Um dann ganz in Ruhe weiter zu schippern. Mit dieser Ruhe hat
Luc uns auf den dritten Platz gefahren. Genaugenommen waren wir sogar die
ersten an der Ziellinie, aber dann gibt es noch Handicap-Berechnungen und damit
landeten wir auf Platz 3 von 9 Teilnehmern.

In dem Club
kennt jeder den anderen und bei den fachmännischen Nachbesprechungen konnte ich
nicht mithalten. Ich war nur froh, immer rechtzeitig zur richtigen Seite
gehüpft zu sein. Aber dieser Tag auf dem Wasser hat mich auf den Segelgeschmack
gebracht. Muss als Norddeutsche Deern ja eigentlich möglich sein, das noch zu
lernen.

Das Bierchen
danach hat jedenfalls herrlich geschmeckt und in der angenehm lockeren
Clubatmosphäre ergab sich ein schöner Abschied vom Tag.

Changi Sailing Club
32 Netheravon Rd
Singapore 508508