Als Fan der
Peranakan-Küche habe ich am Wochenende das Peranakan-Museum besucht, um mehr
über die Geschichte zu erfahren. Und die ist so umfangreich, dass man sich
jahrelang damit beschäftigen kann. Das neoklassizistische Gebäude von 1912 in
der Armenian Street selbst ist schon eine Besichtigung wert.

Die Ausstellungsräume
sind nach verschiedenen Themen aufgeteilt. Galerie
1
trägt den Namen „Origins“ und zeigt Porträts mehrerer
Angehörige der verschiedenen Peranakan-Communitys in Singapur. Das Wort „Peranakan“
stammt aus dem Malaiischen und bedeutet „Kind von“ oder „hier geboren“. In
Südostasien ein feststehender Begriff für Menschen mit gemischter Herkunft – meist
Chinesen, die mit malaiischen Frauen ihre Familien gründeten. Galerien 2 bis 5 erzählen die
Geschichte und den Ablauf einer traditionellen Peranakan-Hochzeit, die immerhin zwölf Tage andauert! Schmuck- und
Möbelstücke, die extra für diesen Anlass angefertigt werden sind anzusehen und
wenn man lange genug vor den zwei großen Bilderrahmen mit schwarz/weiß-Porträts
stehenbleibt, fangen die abgebildeten Personen an zu reden und erzählen aus
ihrem Leben. Das ist wirklich schön gemacht und interessant dazu.


Die Galerie 6 „Nonya“: so nennen sich die Frauen der chinesischen Peranakans. Textilien
und Handwerkskunst wie
Perlenstickerei werden gezeigt, viele der Exponate sind auch zum Anfassen und
Mitmachen gedacht! So steht ein Telefon bereit mit der Aufforderung, den Hörer
abzunehmen und zuzuhören, wovon die Frauengespräche früher handelten – übrigens
kein großer Unterschied zu anderen Kulturen und auch nicht zu der heutigen
Zeit. In Galerie 7 geht es um
Religion, die sich aufgrund der gemixten Kulturen aus Daoismus, Buddhismus und allgemeinem Volksglauben zusammensetzt.
Sehr schöne alte Schränke mit beeindruckenden Schnitzereien (natürlich viele
Drachen) und typische Altäre sind dazu ausgestellt. Die Galerie 8, „Public Life“, zeigt anhand alter Fotos und
Exponate das öffentliche Leben, den Handel und die Politik prominenter
Peranakans in Singapur. Galerie 9 ist mein Favorit und wie
eingangs erwähnt ja auch der Grund meines Besuchs: Food and Feasting. Da musste ich mich gleich an den Tisch setzen.

Entgegen der gewöhnlich runden Esstische der Chinesen ist
dieser eckig und lang. Außerdem gibt es eine große Auswahl der wunderschönen farbenfrohen Keramik der
Peranakans zu bewundern und eine originaleingerichtete Küche aus der alten Zeit
wird zum Leben erweckt.

39 Armenian
Street
Singapore 179941

Eintritt 13 S$

Täglich geöffnet von 10 bis 19:00 Uhr

Freitags bis 21:00 Uhr