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Singapur

Tipps im Blog

Wie beginnt man ein neues Leben in einer fremden Kultur? Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden und seinen Weg suchen. Hier berichte ich von meinen ganz eigenen Erlebnissen und ein paar Tipps für den Alltag in Singapur sind auch dabei.

www.singsling.de

Tagebuch Posted on Wed, August 08, 2018 17:24:38

Meine Blogeinträge findet Ihr ab sofort unter

www.singsling.de



Bier brauen, die Zweite …

Tagebuch Posted on Wed, July 18, 2018 09:36:55

… aber diesmal durfte
ich nur zusehen.

Verständlich, denn
eine andere Frau hat wesentlich mehr Ahnung davon: Jayne Lewis hat mit ihrer
Brauerei „Two Birds Brewing“ in Melbourne schon viele Preise eingeheimst und war
eingeladen, zusammen mit Braumeister Gabriel Garcia vom LeVeL33 ein „Golden
Ale“ mit tasmanischem Hopfen zu brauen.

Der Akt des Brauens an sich ist ja nicht sehr spannend: Die
Zutaten werden in den Tank gegeben und dann dauert es ein paar Wochen, bis das
Bier fertig ist. Die Zeit dazwischen ist wichtig – wenn man denn vorher das
richtige Rezept benutzt hat: Da hat jeder Brauer sein eigenes, und Jayne und
Gabriel probieren nun einen Mix daraus.

https://youtube.com/watch?v=uwUQqcPtY1I%3Frel%3D0

Für Jayne war dieser Arbeitsausflug etwas Besonderes, denn
bisher hat sie nicht so öffentlich gearbeitet, wie es im Tower 1 der „Marina Bay Financial Centre Tower“ im 33. Stock üblich ist:
„Bierbrauen mit Publikum direkt an der Bar, das ist neu für mich.“ Die Gäste,
die sich nicht nur an dem tollen Ausblick auf die Bay ergötzen wollen, können hier
regelmäßig den Bierbrauern bei der Arbeit zusehen, denn die Anlage befindet
sich mitten im Restaurant. Hinter dem Tresen stehen die zwei großen
kupferfarbenen Kessel – diese kommen übrigens aus Österreich.

Wir Geladenen hatten auch noch das Glück, dass das
Restaurant seit gerade mal drei Wochen eine neue Chefköchin hat. Archan Chan,
in Hongkong geboren und in Australien aufgewachsen, brachte persönlich kleine
Leckereien unter die Leute, womit sie sich sehr beliebt machte. Und nachdem ich
mich lange abgewehrt hatte, habe ich mich doch auf ein Glas Bier (um 10 Uhr am
Morgen) eingelassen. Aber hey, es trägt den Namen „Champagner-Bier“ – ich
musste einfach probieren. Schmeckt ganz leicht und frisch – die 8,7 % Alkoholinhalt
habe ich erst hinterher erfahren …

Ab dem 2.8. können die Gäste im LeVeL33 das heute angesetzte
Golden Ale probieren, zu dem Launch findet an dem Tag auch eine große Tap-Party
statt, bei der ein Menü aus australischen Zutaten kredenzt wird.

Ich fasse also zusammen: Eine australische Köchin kocht zum
Bier, das mit australischem Hopfen von einer Australierin gebraut wurde. Passt!



National Day Singapur

Tagebuch Posted on Mon, July 09, 2018 09:51:51

Sie fliegen wieder!

Wie gut erinnere ich mich daran, als ich zum ersten
Mal die Helis mit den riesigen Flaggen im Schlepptau gesehen habe – ich schwamm
gerade im Pool unseres Condos und konnte nicht glauben, was da über meinen Kopf
flatterte.

Nun sind sie
wieder da und trainieren regelmäßig für die Flugshow zum National Day an der
Marina Bay am 9. August. Die Kampfjets donnern über die Stadt hinweg und die
Drohnenshow war gut am Himmel über dem Marina
Bay Floating Stadium
zu sehen. Am schönsten ist aber, dass auch das
Feuerwerk geprobt wird!

Bis zum
großen Ereignis finden die Flugübungen noch an jedem Samstag statt. Nächste
Woche planen wir ein Picknick auf der Dachterrasse im 41. Stock, da fliegen die
Hubschrauber zum Anfassen nah vorbei.



Peranakan

Tagebuch Posted on Wed, July 04, 2018 14:53:06

Als Fan der
Peranakan-Küche habe ich am Wochenende das Peranakan-Museum besucht, um mehr
über die Geschichte zu erfahren. Und die ist so umfangreich, dass man sich
jahrelang damit beschäftigen kann. Das neoklassizistische Gebäude von 1912 in
der Armenian Street selbst ist schon eine Besichtigung wert.

Die Ausstellungsräume
sind nach verschiedenen Themen aufgeteilt. Galerie
1
trägt den Namen „Origins“ und zeigt Porträts mehrerer
Angehörige der verschiedenen Peranakan-Communitys in Singapur. Das Wort „Peranakan“
stammt aus dem Malaiischen und bedeutet „Kind von“ oder „hier geboren“. In
Südostasien ein feststehender Begriff für Menschen mit gemischter Herkunft – meist
Chinesen, die mit malaiischen Frauen ihre Familien gründeten. Galerien 2 bis 5 erzählen die
Geschichte und den Ablauf einer traditionellen Peranakan-Hochzeit, die immerhin zwölf Tage andauert! Schmuck- und
Möbelstücke, die extra für diesen Anlass angefertigt werden sind anzusehen und
wenn man lange genug vor den zwei großen Bilderrahmen mit schwarz/weiß-Porträts
stehenbleibt, fangen die abgebildeten Personen an zu reden und erzählen aus
ihrem Leben. Das ist wirklich schön gemacht und interessant dazu.


Die Galerie 6 „Nonya“: so nennen sich die Frauen der chinesischen Peranakans. Textilien
und Handwerkskunst wie
Perlenstickerei werden gezeigt, viele der Exponate sind auch zum Anfassen und
Mitmachen gedacht! So steht ein Telefon bereit mit der Aufforderung, den Hörer
abzunehmen und zuzuhören, wovon die Frauengespräche früher handelten – übrigens
kein großer Unterschied zu anderen Kulturen und auch nicht zu der heutigen
Zeit. In Galerie 7 geht es um
Religion, die sich aufgrund der gemixten Kulturen aus Daoismus, Buddhismus und allgemeinem Volksglauben zusammensetzt.
Sehr schöne alte Schränke mit beeindruckenden Schnitzereien (natürlich viele
Drachen) und typische Altäre sind dazu ausgestellt. Die Galerie 8, „Public Life“, zeigt anhand alter Fotos und
Exponate das öffentliche Leben, den Handel und die Politik prominenter
Peranakans in Singapur. Galerie 9 ist mein Favorit und wie
eingangs erwähnt ja auch der Grund meines Besuchs: Food and Feasting. Da musste ich mich gleich an den Tisch setzen.

Entgegen der gewöhnlich runden Esstische der Chinesen ist
dieser eckig und lang. Außerdem gibt es eine große Auswahl der wunderschönen farbenfrohen Keramik der
Peranakans zu bewundern und eine originaleingerichtete Küche aus der alten Zeit
wird zum Leben erweckt.

39 Armenian
Street
Singapore 179941

Eintritt 13 S$

Täglich geöffnet von 10 bis 19:00 Uhr

Freitags bis 21:00 Uhr



Wo ist die Zeitkapsel der GESS?

Tagebuch Posted on Tue, June 26, 2018 09:52:17

Und was ist das eigentlich? In diesem konkreten Fall
geht es um die Kapsel, die am 21. Juni 1984 im Boden des Geländes der deutschen
Schule (German European School Singapore – kurz GESS) vergraben wurde.
Fotografische Lichtbilder zeugen von diesem Ereignis, aber niemand weiß, wo der
Akt exakt stattgefunden hat. Kann das sein?

Kurz nach den
Sommerferien feiert die GESS ihre Eröffnung des neuen Campus an der Dairy Farm
Road. Fünf Jahre an Planung und Kreditverhandlungen in Millionenhöhe sind dem
vorausgegangen. Nun sind noch „Altlasten“ zu entsorgen.

Nach der
Schulgründung im Jahr 1971 mit sechs Schülern in einem Privathaus und diversen
darauffolgenden Umzügen, wurde nach langen Verhandlungen als 7. Stätte das
Schulgebäude am Bukit Tingii gebaut – auf gepachtetem Schweizer Land. Endlich
angekommen in einem selbstgebauten Gebäude auf weitreichendem Gelände. Nach
alter internationaler Tradition wurde auch eine Zeitkapsel im Boden vergraben.
Gefüllt mit einer Zeitung des Tages und alten Schulprotokollen wurde diese in
einer Ecke verbuddelt.

Die Schule
wurde immer beliebter, die Schülerzahl stieg stetig – von der Vogelgrippe 2003-mal
abgesehen. Weil damals viele Expats in die Heimat flohen und keine Neulinge
nach Singapur kamen, sank die Schülerzahl rasant und die Schule stand kurz vor
dem Aus. Mitbegründer Dieter Gumpert war 17 Jahre Präsident der Schule und erinnert
sich an die Diskussionen: „Wir wollten eine internationale Schule gründen, uns
aber von den anderen abheben und sind so auf die europäische Sektion gekommen.”
Damit machte ein englischsprachiger Zweig aus der deutschen Schule eine
europäische. Die Schülerzahl stieg dermaßen gewaltig an, dass die Grundschule ausgegliedert
werden musste und die Idee des neuen Standortes aufkam.

Am 13.
September wird dieser nun endlich offiziell eröffnet, womit der Gedanke an die Zeitkapsel
wiederaufkam. Sie soll einen Platz im neuen Gebäude erhalten. Aber wo ist das
verdammte Ding? Alte Zeitzeugen und Spatenhalter beim Grundstich vor 34 Jahren machten
sich im Januar dieses Jahres auf die Suche. Einige der Beteiligten erinnern
sich nicht mal mehr daran, dass sie damals an der feierlichen Eingrabung
beteiligt waren, wurden aber mit Beweisfotos überzeugt. In echter
Goldgräberstimmung haben sie gemeinsam das Gelände am Bukit Tinggi abgesucht. Es
gibt Ideen, aber so wirklich kann sich niemand erinnern …

Ein paar
Monate später ist man sich endlich einig über den genauen Buddelort – unter dem
Schildkröten-Bassin, das später entstand. Da darf nur leider niemand ran, die
Tiere sind an den neuen Unterpächter mit vermietet.

Sollte „das
Ding” auch anderswo nicht aufzufinden sein, dann bleibt es dort, wo es
hingehört. Eine Zeitkapsel sollte nicht gesucht, sondern gefunden werden. Und
irgendwann, in vielen Jahren, wenn wir alle nichts mehr dazu beitragen können,
findet vielleicht ein Bauarbeiter, Architekt oder Naturliebhaber diese Kapsel
und sie kann endlich ihren Zweck erfüllen: Aus der Zeit erzählen, als eine
Handvoll Deutscher den Traum einer deutschen und mittlerweile europäischen Schule
mit 1600 Schülern in Singapur realisiert hat.



You never stand alone

Tagebuch Posted on Fri, June 22, 2018 10:03:21

… so lautet der
Slogan auf Internations.org, einer weltweiten Plattform, die Expats aller
Nationalitäten auf Events in angesagten Clubs vernetzen möchte.

Letzte Woche habe ich solch ein
Treffen im Altimate am Raffles Place besucht. Es war nicht viel los, aber eine
Gruppe Mädels saß in einer Ecke zusammen und dort bin ich erstmal hin und habe
mich vorgestellt. Wie in Singapur üblich wurde ich mit offenen Armen
aufgenommen und die allgemeine Vorstellungsrunde am Tisch konnte starten. Srii
kommt aus Indien und macht Logistikarbeit für Schiffscontainer. Neben ihr saß
eine sehr elegante Dame mit langen Ohrläppchen (wegen der schweren Ohrringe)
und pakistanischen Wurzeln. Sie ist E-Book-Schriftstellerin. Die nächste
überreichte mir ihre Karte mit einem großen rosa „Eros”-Schriftzug darauf.
Sexualtherapeutin und Partnervermittlerin. Da wurde mir auch klar, wofür diese
Veranstaltung gut ist. Nachdem nämlich feststand, dass auch ich für die anderen
(was auch immer Suchenden) total uninteressant bin, löste die Gruppe sich
schnell auf und ich schlenderte weiter durch die Bar. Da sprach mich ein
Engländer an.
1. Satz: „With InterNations, you never stand alone.”
2. Satz: „Du bist sehr groß.”
3. Satz:
„Aber im Bett liegend sind sie alle gleich groß.”
Bäääm, Hammerspruch! Wir
haben uns doch noch sehr nett über englischen Humor unterhalten und irgendwie
hat er auch die Geschichte untergebracht, in der er in Thailand erst nachts um vier
in seinem Hotelzimmer herausgefunden hat, dass es ein Ladyboy war, „die”
er die ganze Nacht angebaggert hatte …

Nachdem er diese – zugegebenermaßen amüsant
beschriebene – Story fertig erzählt hatte, meinte er, da ich meinen Mann
erwähnt hätte, würde er sich nun nach den Single-Ladies umsehen.

Tja, da war er weg. Schade, ich hätte so gerne noch
erfahren, was ihn die Nacht ohne Happyend mit dem Ladyboy gekostet hat …



Treffen mit Roman Weidenfeller

Tagebuch Posted on Sun, June 17, 2018 08:49:43

10 Uhr, Post
Bar im Fullerton.
Interviewtermin mit Roman
Weidenfeller, der seine aktive Karriere in dieser Saison beendet hat. Sein
neuer Job: Botschafter des BVB Borussia Dortmund. Erste Station: Singapur.

Meine Kollegin
Sandra und ich sind ohne große Erwartungen zum Interview erschienen. Doch dann wurden wir
überrascht, mit welcher Herzlichkeit Roman Weidenfeller auf uns zugekommen ist,
bevor wir überhaupt Guten Tag sagen konnten. Es wurde ein sehr lockeres und
angenehmes Gespräch und mit Hinblick auf das erste deutsche Spiel heute Abend
in Russland sind wir sehr schnell auf das Thema Brasilien gekommen – die WM, bei
der er 2014 zum deutschen Kader gehörte. Ich habe ihn gefragt, ob zusammen mit
den Jungs auch eine Art Klassenreisegefühl aufkommt, was er sofort bejahte:
„Bei der Ankunft gibt es gleich Gerammel um die Zimmer. Klose bekam das beste,
das ist auch völlig in Ordnung. Ich bin gleich vorweg in ein Zimmer mit
Meerblick spaziert und habe mich gut positioniert. Aber die Zimmer werden nach
Länderspielanzahl verteilt, da hatte ich ganz schlechte Karten. Ich bin dann in
der Abstellkammer gelandet.” Da fängt er schallend an zu lachen und
erzählt weiter, wie Thomas Müller Golfbälle durch die Unterkunft geschlagen hat
und sie ständig Angst hatten, dass er die Scheiben einhaut. „Einige Bälle sind
auch im Meer gelandet.” So wie er von den Wochen in Brasilien erzählt
könnte man meinen, er sei traurig, bei dieser WM nicht dabei zu sein. „Ich habe
alles aufgesaugt, was in der Zeit zu erleben war. Zu einigen habe ich noch
Kontakt und werde den Jungs auf jeden Fall schreiben.”

Es war wirklich
mehr eine nette und lockere Unterhaltung als ein Interview. Roman Weidenfeller wollte
auch wissen, was uns nach Singapur geführt hat und wie unser Leben hier
aussieht. Aber wir wollten mehr über ihn hören und auch, wie er zu dem
Pressehype um seine Person steht. Da grinste er nur und erzählte von einer
Situation während des Urlaubs auf seiner Lieblingsferieninsel Ibiza: „Wir waren
sehr privat und romantisch unterwegs und wollten es uns gemütlich machen. Da machte es ‚bamm, bamm’ und die Bildzeitung schoss Fotos. Das war
unglaublich.” Trotz wahrzunehmender Empörung erzählt er die Anekdote nicht
verärgert und ist sich auch bewusst, dass diese Situationen immer weniger
werden, nachdem er seine Spielerkarriere beendet hat. In seiner neuen Aufgabe
scheint er sich wohl zu fühlen, schaut in Singapur nach Nachwuchstalenten und
gibt auch ein Training mit jugendlichen Torhütern der örtlichen Vereine. Dann
reist er noch weiter nach Thailand um Borussia Dortmund zu präsentieren bevor
es wieder zurück nach Deutschland geht, wo er auch die Bundesligaspiele seines
Vereins verfolgen wird: „Wir müssen mehr als Einheit auftreten. Die Mannschaft
hat ihre eigenen Erwartungen nicht erfüllt. Das hat nicht nur mit den
Trainerwechseln zu tun, da müssen die Spieler sich auch an die eigene Nase
greifen.”

Nach zwanzig
Minuten war die Gesprächszeit leider um. War auch besser so, denn mit dem Blick
auf die nächste Saison kamen wir auch auf meinen Heimatverein, dem HSV, zu
sprechen. Sein Mitleid zum Abstieg hielt sich dabei in Grenzen. Mir klingt noch
immer ein „das wurde auch Zeit” in den Ohren. Aber ich mag ihn trotzdem,
den Ersatz vom Ersatz des Torhüters der deutschen Nationalmannschaft 2014 🙂



Ein Abend mit Fliege

Tagebuch Posted on Sun, June 10, 2018 13:30:45

Das ständige
Flipflop-Wetter ist nach wie vor traumhaft für mich. Geschlossene Schuhe
versuche ich zu vermeiden und Hosen zu tragen ist eine Qual. Da muss man sich
schon zusammenreißen, nicht ständig im Urlaubsoutfit herumzulaufen.

Umso schöner
sind die Gelegenheiten, sich mal wieder richtig herauszuputzen. Wie zum
Beispiel zum Galadinner der SwissCham im One Farrer Hotel. Endlich wieder ein
Grund, neue Schuhe aus Deutschland mitzubringen. (An die Frauen, die auf großem
Fuß leben: Ab Größe 40 wird es schwierig in Singapur!) Silberne 8 cm-Sandalen
sind es geworden, denn der
Dresscode hieß „Black Tie”. Den Smoking haben wir dabei vernachlässigt,
aber die schwarze Fliege durfte mit dem roten Abendkleid den Kleiderschrank
verlassen und groß ausgehen.

Es wurde ein
sehr schöner und feierlicher Abend bei der Schweizer Handelskammer mit
phantastischem Essen und netten neuen Kontakten.

Der
Höhepunkt der Gala war die Vergabe des „Excellence in People and Skills
Development-Awards“
an Marché Mövenpick.

Ein interessanter
Abend unter Schweizern und mal wieder waren wir überrascht, wie viele Leute wir
in Singapur schon kennengelernt haben. Beim Herumschlendern sind uns viele
bekannte Gesichter über den Weg gelaufen und die Zeit war viel zu kurz, um mit
allen zu reden.

Zu später
Stunde fand sich Dirks Team von BearingPoint auf der Tanzfläche und rockte
durch die Nacht – super Truppe!



Speeddating bei Bosch Singapore

Tagebuch Posted on Fri, May 18, 2018 07:25:03

Bisher hatte ich bei dem Namen Bosch Küchengeräte oder
meine Bohrmaschine vor Augen, aber das hat sich heute geändert. Nun weiß ich,
dass zum Beispiel in fast 50 % aller Smartphones Sensoren von Bosch eingebaut
sind und wie Autofahrer für Fremde Parkplätze finden.

Bosch Southeast
Asia
hat zum Financial Update 2018 ins Hauptquartier nach Bishan geladen. Seit 1995 befindet sich das
Headquarter Southeast Asia in Singapur, aber bereits seit 1923 erobert das
Stuttgarter Unternehmen den südostasiatischen Markt.

Und das ist
gar nicht so einfach. In Myanmar zum Beispiel sind Waschmaschinen heiß begehrt,
aber die teuren Geräte mit allem möglichen Schnickschnack kann sich dort kaum
jemand leisten: „Da stehen wir dann mit unseren großartigen Entwicklungen, aber
gefragt sind die einfachen Geräte”, erklärt mir der Director of Business
Development ASEAN, Jochen Lorenz. Außerdem ist in vielen Gegenden noch kein
stabiles Stromnetz vorhanden. So ist das Unternehmen auch an der Planung von Stromleitungen
in unterentwickelten Regionen beteiligt.

Das ist der interessante Unterschied
zum europäischen Markt: Die kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten
sind in Asien weitaus vielschichtiger, die Entwicklung in den einzelnen Ländern
befindet sich auf wechselnden Leveln. Es gibt nicht die eine funktionierende
Strategie, die für alle Länder passt. Nach dem 10-minütigen
Gespräch mit Jochen Lorenz wechsle ich an den nächsten Tisch, denn diese
Pressekonferenz ist ein Speeddating. Vier Stationen, jeweils 10 Minuten Zeit.
Als nächstes treffe ich Amine Kamel.

„Woher stammt Ihr
der Name?“

„Ich komme
aus Tunesien.“

„Wie viele
Tunesier leben in Singapur?“

„Drei.”

Ich habe es
nicht nachgeprüft, glaube ihm aber. Die Gespräche fanden alle auf Englisch
statt, das war thematisch nicht ohne: Financial Update und dann noch technische
Erklärungen. Ich beschwere mich ja oft, dass ich hier viel zu viel Deutsch
spreche und mit meinen Englischkenntnissen nicht vorankomme, aber es ging sehr
gut. Man bekommt doch mehr mit, als man denkt.

Amine Kamel
ist mit seinem Titel „Regional Head Automotive Electronics Division“ für smart
solutions
in der Automobilelektronik zuständig. Nachdem er mir erklärte, wie fremde
Autos mit Hilfe von Sensoren die freien Parklücken in meiner Umgebung anzeigen,
habe ich gefragt, ob ähnliches auch für E-Scooter möglich sei. Ich roller ja
begeistert und zeitsparend mit meinem Elektroroller durch die Gegend, finde
aber oft keine Möglichkeit, diesen anzuschließen. Das Thema wurde interessiert
aufgenommen, aber meine Gesprächszeit war mal wieder um und ich musste an den
nächsten Tisch. Hier erwarteten mich der Regional President, Thomas Jakob und Michael
Goh, Director of Sales zum Thema smart connected solutions. Allmählich
brummte mein Kopf wegen der Menge an Input, aber wie ich erfahren habe, gibt es
für ziemlich alles eine App um das Leben zu vereinfachen – Industrie 4.0 ist
nur ein Schlagwort dazu und mal wieder kommen die Sensoren ins Spiel.

Für all
diese Weiterentwicklungen werden immer mehr Fachkräfte gebraucht, womit der
Markt nicht zu reich bestückt ist. Darum werden Schulungen abgehalten,
Weiterbildungen angeboten und man setzt auf das Mentoren-System, erzählt mir
Jane Tham, Director of Human Resources. Jeder Mitarbeiter bekommt einen „alten
Hasen” zugeteilt, der jederzeit bei Fragen und zur Unterstützung
bereitsteht.

Das
Financial Update wurde nur kurz am Anfang präsentiert und geriet immer mehr in
den Hintergrund. Mir wird bei den hohen Summen immer etwas schwindelig, aber
nun weiß ich auch, dass eine Menge dahintersteckt und freue mich auf meine
„Hier-kannst-Du-Deinen-Roller-anschließen-App“!



Changi Sailing Club in Singapur

Tagebuch Posted on Tue, May 15, 2018 18:17:34

Keine Ahnung vom Segeln und trotzdem dritter bei einer
Regatta geworden.

Das geht nur mit der richtigen Crew und einem
ordentlichen Kapitän!

Captain Luc
und seine Frau lernten wir im letzten Jahr bei einem Segelevent kennen, an dem
wir auf deren Boot „Minx“ teilnahmen. Nun haben wir es endlich mal zusammen mit
unseren Freunden Karin und Thomas geschafft, ihrer Einladung zu folgen und
durften zum dritten Twilight Race des Changi Sailing Club wieder an Bord.

Allerdings
war diesmal richtiges Mitarbeiten angesagt: Die Männer mussten an den Winschen
das Vorsegel bedienen und wir Mädels waren zur Ausbalancierung des Bootes
abkommandiert. Ich bin mir nicht sicher, was anstrengender ist. Die Jungs
mussten mit allen Kräften kurbeln, aber das ständige von Backbord nach
Steuerbord und wieder zurückgerobbe war auch nicht ohne. Meine Knie haben sich
jedenfalls am Abend bedankt. Dafür war die Stimmung super und das Wetter
phantastisch. Ein bisschen Wind um die Nase ist bei über 30 Grad Temperatur sehr
angenehm. Neben der Arbeit gab es auch immer wieder ein paar Minuten
Verschnaufpause, in denen wir entspannt die Füße im Wasser baumeln lassen konnten
und die anderen Segelboote beobachteten.

An den
Bojen, die umrundet wurden, hat der Fotograf auf uns gewartet und Lucs Frau
Roseanne hat uns alle rechtzeitig in Position gebracht.


Von sieben
Leuten an Bord wussten eigentlich nur drei, was sie zu tun haben. Aber Captain
Luc behielt stets die Kontrolle. Er ist drei Mal die Woche alleine mit der Minx
unterwegs, so hat er stets alles im geübten Blick. Während wir ängstlich
wurden, wenn sich die richtig großen Pötte näherten (ein ziemlich blödes
Gefühl, wenn zwei solche Riesenschiffe von beiden Seiten kommen), ertönte
hinterm Steuerrad die holländische Stimme: „Ich habe es gesehen. Keine Angst, dieses
Boot wurde in Dänemark für die Nordsee gebaut. Die paar Wellen machen uns
nichts aus.” Um dann ganz in Ruhe weiter zu schippern. Mit dieser Ruhe hat
Luc uns auf den dritten Platz gefahren. Genaugenommen waren wir sogar die
ersten an der Ziellinie, aber dann gibt es noch Handicap-Berechnungen und damit
landeten wir auf Platz 3 von 9 Teilnehmern.

In dem Club
kennt jeder den anderen und bei den fachmännischen Nachbesprechungen konnte ich
nicht mithalten. Ich war nur froh, immer rechtzeitig zur richtigen Seite
gehüpft zu sein. Aber dieser Tag auf dem Wasser hat mich auf den Segelgeschmack
gebracht. Muss als Norddeutsche Deern ja eigentlich möglich sein, das noch zu
lernen.

Das Bierchen
danach hat jedenfalls herrlich geschmeckt und in der angenehm lockeren
Clubatmosphäre ergab sich ein schöner Abschied vom Tag.

Changi Sailing Club
32 Netheravon Rd
Singapore 508508



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