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Singapur

Tipps im Blog

Wie beginnt man ein neues Leben in einer fremden Kultur? Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden und seinen Weg suchen. Hier berichte ich von meinen ganz eigenen Erlebnissen und ein paar Tipps für den Alltag in Singapur sind auch dabei.

Bloß nicht das Gesicht verlieren

Gut zu wissen Posted on Thu, June 07, 2018 11:21:19

„Haben Sie noch ein anderes Shampoo, günstiger als 20
Dollar?

„Yes, we have, here.”
„Sorry, that’s
for 24 Dollar, it’s not cheaper.” – Achselzucken.

Taxi-Abholung Haus 93. Laut SMS ist der Fahrer vor Ort
und ich soll mich beeilen. Kein Taxi zu sehen, aber vor Haus 99 steht ein Wagen.
Durch den Regen gelaufen und mit den Worten „Sorry, ich dachte Nummer 99“, vom
Fahrer empfangen worden. Leichte Verunsicherung meinerseits: „Aber ich habe 93
geschrieben, oder?“ „Yes.“ – Achselzucken.

Anfangs
haben mich solche Situationen wahnsinnig oder auch sauer werden lassen. Das hat
sich sehr gebessert. Aber ich befürchte, mich irgendwann zu Hause in
Deutschland daneben zu benehmen. Sage ich dann im Büro auch „Nö, haben wir
nicht“, nur weil das Gewünschte blöderweise gerade nicht in meinem Sichtfeld
liegt? Ich mag es, wenn Dinge funktionieren und Pläne einfach erfüllt werden.
Das macht das Leben so schön einfach. Ich schätze es auch, wenn mir meine
Fehler mitgeteilt werden. Stattdessen höre ich Geschichten über Menschen, die
ich kaum kenne und wundere mich, nach einer Meinung dazu gefragt zu werden, um
irgendwann darauf zu kommen, dass es um mich geht und mir gerade ein Vorwurf
gemacht wird. Dieses Herumgeeiere, das gerne mit „nicht das Gesicht verlieren“
tituliert wird mag ja höflich klingen, ist aber sehr zeitaufwändig und
anstrengend.

Was ist
unhöflich daran, eine unerfüllbare Bitte freundlich abzuschlagen oder Probleme
im netten Ton auf den Tisch zu legen? Kommt ja sowieso aufs selbe am Ende
hinaus.

Höflichkeit
ist etwas wunderbares, aber Verkomplizierung macht nur wirr. In Asien ist diese
Verwirrung sehr verbreitet. Dazu gehört auch, keine Fehler zuzugeben und nicht
auf Probleme hinzuweisen. Nicht, weil man zu faul ist, sich Sache anzunehmen. Es gilt schlichtweg als unhöflich, andere
auf Fehler hinzuweisen oder eine Frage zu verneinen. Der Verkäuferin im
Drogeriemarkt war es wichtig, meiner Bitte nach einer Alternative nachzukommen.
Dass die zweite Bitte nach etwas Günstigerem nicht bedient wurde, ist unwichtig.
50 % der Anfrage wurden immerhin erfüllt und sie musste nicht verneinen. Oft
beschleicht mich trotzdem das Gefühl, dass diese Kultur wohlwissend als Ausrede
benutzt wird, aber dafür fehlt mir der Beweis…

Letztens
erwartete ich eine Paketlieferung. Es klingelt pünktlich unten an der Haupttür, ich
lasse die Person hinein, die nur noch in den Fahrstuhl zu steigen braucht.

Nach fünf
Minuten stehe ich immer noch, nun etwas ungeduldig, an meiner geöffneten Haustür. Da
klingelt das Telefon.

„Hi, are you living in xx?“

„Yes.”

„I’m here for delivery.”

„Great, come to the 30. storey.”

„Yes, but I don’t know.”

„What you don’t know?”

Stille. Kurz
darauf steht die Dame vor der Tür und gibt mir mein Paket. Ich frage, was das
Problem gewesen sei. Antwort? Richtig: Achselzucken.

Ich liebe
es, in diesem Land zu leben. Ich lerne jeden Tag dazu und passe mich zu vielen
Gelegenheiten an. Das bringt in der Tat auch enorme Vorteile. Die Lebensweise
hat mich entspannter und doch aufmerksamer werden lassen. Doch so ganz werde
ich die hiesige Kultur in diesem Leben nicht mehr verstehen („Sie war stets
bemüht“), aber das macht wohl auch das so spannende Leben in Singapur aus.



Selbstabräumen im Hawker Centre?

Gut zu wissen Posted on Sat, April 21, 2018 19:43:20

Hawker Centre und Food Courts
sind wirklich etwas Feines. Eine Masse von Angeboten an asiatischen Gerichten,
ab und zu auch ein paar Westernstyles dabei und alles für kleines Geld. Schnell
findet man seine Lieblingsplätze und nach mehrmaligem Besuch bleibt auch der
kleine Schnack mit den Köchen nicht aus. Oft mit Händen und Füßen, aber
irgendein neues chinesisches Wort schnappt man immer auf.


Dann
wird ein Plätzchen gesucht, wenn möglich unterm Ventilator, und das Schlemmen
beginnt. Während der Nahrungsaufnahme sehe ich die Schilder, die mich
auffordern, mein Tablett später zu den Abgabestellen zu bringen. (Ein großer
Hygienevorteil: Alles an Besteck und Geschirr wird an einer Stelle gründlich
gespült und wieder an die einzelnen Garküchen verteilt.)

Aber
nun beginnt das Grübeln. In meiner Anfangszeit in Singapur wurde mir
beigebracht, die Tabletts stehenzulassen, weil die Abräumer sonst ihre
Daseinsberechtigung verlieren. Bestätigt wurde dieser Hinweis dadurch, dass die
Abräumer darauf bestanden, alles stehenzulassen. Machte man bloße Anstalten,
das Tablett wegzubringen, gab es eindeutige Handzeichen. Auch wenn es die
besagten Schilder damals schon gab,


Anweisungen für Nichtstun nehme ich immer
gerne entgegen. Also habe ich es stets gerne genossen, nach dem Lunch einfach
aufzustehen und zu gehen.


Naht das Ende unserer geliebten Helfer?

Aber
nun gibt es großangelegte Aktionen und immer wieder Zeitungsartikel mit dem
Thema, sein Tablett selber wegzutragen. An einigen Plätzen wurde sogar ein
Pfandsystem eingeführt. 25 solcher staatlich finanzierten Automated-Tray-Return-Systeme (ATRS) soll es in den nächsten Jahren
geben.

Ist
dies das Ende unserer geliebten Helfer, die einem den Teller auch schon mal
unter der Nase wegreißen obwohl der letzte Happen noch auf dem Löffel liegt? Es
wäre sehr traurig, denn sie gehören zum richtigen Hawker Feeling einfach dazu.
Genauso wie die Diskussion, ob man den letzten Schluck aus seinem Becher noch
trinken darf – die immer mit großem Gelächter endet.

„Die
Reinigungskräfte werden ihre Arbeitsplätze nicht verlieren, nur weil wir
rücksichtsvoller werden und unsere Tabletts zurückgeben”, sagte die
Ministerin für Umwelt und Wasserressourcen, Amy Khor, im März im Parlament. In
meinem Lieblingshawker, dem Zion Riverside Food Centre, ist die
Tablett-Rücklaufquote um 20 Prozent gestiegen. In der gewonnenen Zeit sollen
die Reiniger die Tische säubern. „Das Entfernen der Essensreste geht das
Vogelproblem an und schafft eine sauberere, hygienischere Speiseumgebung.”

Hört
sich alles logisch an, hinkt aber ein wenig. Im besagten Hawker hatte ich
bisher kein Problem mit unsauberen Tischen und ich kann nur hoffen, dass keiner
meiner Aunties und Uncles seinen Job
verliert. Ich bin hin und hergerissen, ob ich den Revoluzzer geben soll. Aber
bei meinem Besuch heute habe ich das Lehrbeispiel dafür gesehen, wie Singapur
funktioniert.

Der Essbereich gleicht einem Schilder- und Posterwald mit Aufforderungen,
das Tablett abzugeben und die Reinigungskräfte tragen T-Shirts mit
Abräumsprüchen. Sogar ganz ohne Strafandrohung funktioniert es und alle Tische
waren leer. Also mache ich es wieder wie bei Mama gelernt: „Wer vom Tisch
aufsteht, nimmt seinen Teller mit!”



Visitenkarten

Gut zu wissen Posted on Fri, December 15, 2017 09:09:53

Als Freiberufler hatte ich schon immer Visitenkarten
bei mir. Beruflich brauchte ich die öfters, privat aber eher seltener. In
Singapur und auch im Rest von Asien ist man ohne diese Kärtchen allerdings überhaupt
nicht existent.

Auch wer
gerade keinem Job nachgeht und somit keine business
card
hat, lässt sich eine name card
machen. Unterschiedliche Bezeichnungen, aber dieselbe Sache: kleine Karte mit
Kontaktdaten.

Lernt man
jemanden neu kennen, wird das Kärtchen schnell überreicht, und zwar immer mit
beiden Händen. Das führt manchmal zu eigenartigen Situationen, denn wenn beide Beteiligten
gleichzeitig alle Hände voll mit ihrer eigenen Karte zu tun haben, ist es schwierig,
die andere anzunehmen…

Wenn das
dann überstanden ist, bitte nicht gleich einstecken! Draufschauen, durchlesen
und eine freundliche Bemerkung machen. Entweder man kennt die Firma, hat den
Namen des Gegenübers schon einmal gehört oder wenn einem gar nichts einfällt,
kann auch das Design der Karte positiv erwähnt werden. Danach bleibt die
Visitenkarte während des Gesprächs sichtbar liegen. Das ist auch für diejenigen
von Vorteil, die sich keine Namen merken können. Auf keinen Fall sollten
Notizen darauf gemacht werden, das wird als sehr unhöflich angesehen.

Normalerweise
hat jeder solche Karten bei sich, aber manchmal heißt es auch, dass diese
gerade ausgegangen seien. Dafür gibt es zwei Erklärungen:

  1. Es stimmt
  2. Der Gesprächspartner möchte
    seine Daten nicht weitergeben

Bei 2. ist
es dann leider so. Für die Asiaten ist das eine angenehme Umgehung des
„Nein-Sagens“, denn in ihrer Kultur wird ungern etwas abgewiesen oder verneint.
Dafür wurden viele Schlupflöcher wie auch dieses erarbeitet.

Bei
Erklärung 1 ist man darauf angewiesen, dass sich der andere meldet. Tut er das
nicht, findet wieder Erklärung 2 ihre Gültigkeit.

Ich hebe
jede erhaltene Visitenkarte auf und habe mittlerweile eine eigene Schublade
dafür. Es kommt gar nicht so selten vor, dass eine Visitenkarte erst Monate
nach dem Erhalt doch benötigt wird. Man trifft
sich bekanntlicherweise ja immer zweimal im Leben.



Christmas-B2B im German Centre Singapore

Gut zu wissen Posted on Fri, December 08, 2017 21:13:02

Mehrmals im
Jahr findet das Business-B2B im German Centre statt. Der richtige Ort, um neue
Kontakte zu knüpfen, denn die Veranstaltung ist immer gut besucht und eine
Menge Leute sind dabei, um in netter Atmosphäre bei einem Drink ihre
Visitenkarten zu verteilen.

Diese Name Cards
sind wahnsinnig wichtig in Singapur und in ganz Asien. Selbst wer keinen Job
hat, sollte immer seine Kontaktdaten gedruckt bei sich haben. Auch im privaten
Bereich ist das absolut gängig. Ich habe nach den 15 Monaten hier bereits eine
stattliche Sammlung zusammen und diese aufzuheben hat sich schon mehrmals als
sehr nützlich erwiesen.

Aber zurück
zum B2B, denn es ist ganz einfach: Man geht an einen der vielen Stehtische,
stellt sich den Leuten dort vor, überreicht seine Name Card und das Gespräch ergibt sich von
allein. Ist ein gemeinsames geschäftliches Interesse gegeben, bleibt man länger
beisammen, wenn nicht, ist eine baldige Verabschiedung absolut in Ordnung. Ist
man sich sympathisch, klönt man trotzdem länger und hat eine gute Zeit. Man
kann also nur gewinnen. Ich habe so schon viele interessante Menschen
kennengelernt und nette Abende gehabt.

Im German
Centre stehen diese Events immer unter einem bestimmten Motto. Im Dezember war
es natürlich eine Christmas Party und weil man auch eine Menge Bekannte trifft,
ist es ein sehr bunter und lustiger Abend geworden.

Das B2B
findet mehrmals im Jahr statt und die Teilnahme beim Lucky Draw geht übrigens
nur mit der – richtig – Visitenkarte!

Unter www.germancentre.sg/de gibt es
weitere Infos und Bilder.



Singapurischer Führerschein

Gut zu wissen Posted on Thu, August 03, 2017 15:19:06

Wer länger
als ein Jahr in Singapur bleibt, darf nur im ersten Jahr mit seinem
ausländischen Führerschein Auto oder Motorrad fahren. Während dieser 12 Monate
gibt es die Möglichkeit, einen Theorietest zu machen und damit die
singapurische Fahrerlaubnis zu erhalten
.

Hört sich
einfach machbar an, kann jedoch viel Zeit kosten. Zum einen habe ich beim
Lernen der Regeln und Prüfungsfragen gemerkt, wieviel Vokabular mir noch fehlt.
Bremspedal, Abblendlicht und Motorhaube gehörten noch nicht zu meinem
englischen Wortschatz.

Drei
offizielle Stellen gibt es im Land, um den nötigen BTT (Basic Theory Test) zu
absolvieren.

Bukit Batok Driving Centre Ltd
815 Bukit Batok West Avenue 5
Singapore 659085

ComfortDelGro
Driving Centre Pte Ltd

205 Ubi Avenue 4
Singapore 408805

Singapore Safety Driving Centre Ltd
2 Woodlands
Industrial Park E4
Singapore 757387

Zur Anmeldung ist persönliches Erscheinen erforderlich, dabei kann schon der
Prüfungstermin gewählt oder später auch online gebucht werden. Das kann locker
ein paar Wochen dauern, aber diese Zeit sollte man spätestens nutzen, um sich
zwei Bücher zu besorgen und durchzuarbeiten: Ein Buch mit den Verkehrsregeln,
zum Beispiel „Basic Theory of Driving – The official Handbook“ und ein Buch mit
sämtlichen Prüfungsfragen.

Wir haben
die Vorbereitung ein wenig verschleppt und am Wochenende vor dem BTT mit dem
Lesen angefangen. Seit vielen Jahren war ich keiner Prüfung mehr ausgesetzt und
dementsprechend nervös. Durchfallen wäre ziemlich blöd, denn vor Ablauf der 12
Monate war für uns keine Möglichkeit, einen erneuten Prüfungstermin zu
beantragen, weil wir mit der Anmeldung sehr spät dran waren (eine Wiederholung
ist sonst möglich).

Zwar haben
wir kein Auto, aber unser deutscher Führerschein hat keine englischen
Erklärungen und ein neuer internationaler Führerschein kann in Deutschland
nicht ohne deutschen Wohnsitz beantragt werden. Dieser wird aber benötigt, um
zum Beispiel einen Mietwagen auszuleihen. Die Alternative wäre eine beglaubigte
Übersetzung des deutschen Führerscheins gewesen.

Aber nun
habe ich den BTT bestanden!! 49 Richtige von 50 Fragen, ich bin stolz wie
Oskar. Fünf Fehler dürfen gemacht werden. Mein Mann hatte seine Prüfung am
Abend, sechs Stunden nach mir. Nachdem ich nun bestanden hatte, stand er etwas
unter Druck. Aber nach seiner Rückkehr haben wir auf zwei neue Führerscheine
anstoßen können!



Trinkwasserqualität

Gut zu wissen Posted on Tue, November 01, 2016 16:56:24

Auf Hygiene wird in Singapur von
seiten der Regierung enorm viel Wert gelegt, und dazu gehört auch
die ständige Kontrolle des Trinkwassers. Die Hälfte der
Wasserversorgung kann der Stadtstaat mit Entsalzungsanlagen für
Meersalzwasser, Auffangbecken für Regenwasser und
Aufbereitungsanlagen selbst bewältigen. Die andere Hälfte der
nötigen Wassermenge wird aus Malaysia geliefert.

Das Leitungswasser in Singapur ist
von guter Qualität und kann bedenkenlos getrunken werden. Aber es
riecht ein wenig abgestanden und hat noch weniger Geschmack als wir
es ohnehin gewohnt sind. Grund dafür sind die fehlenden Mineralien. Das
singapurische Wasser ist nämlich kalkfrei, was bedeutet, es sind kein
Kalzium und Magnesium enthalten. Somit ist es viel weicher als
in Deutschland. Also ruhig etwas weniger von dem teuren Waschmittel
in die Waschmaschine geben, denn das weiche Wasser verstärkt die
Waschkraft. Zusätzlicher Vorteil sind weniger bis gar keine
Kalkflecken an den Armaturen. Dafür muss ich nun aber
Magnesiumkapseln schlucken, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Anfangs
war mir nicht bewusst, warum ich jede Nacht mit Krämpfen aufgewacht
bin. Aber Sport ohne jeglichen Magnesiumzusatz hat meinem Körper
wohl gar nicht gefallen. Zugesetzt wird lediglich etwas Fluorid für
die Zahngesundheit. Über den Nutzen streiten sich aber noch die
Gelehrten.

Der Geruch kommt von dem Chlor,
das in den Filteranlagen zur Desinfektion benutzt wird. Allerdings in
solch geringen Mengen, dass es nicht gesundheitsschädlich ist. Die
Kontrollen der Wasserqualität erfolgen regelmäßig nach den
Vorgaben der WHO und fallen oft sogar besser aus als gefordert. Also
keine Angst vor frischem Trinkwasser aus dem Wasserhahn, gratis
Tafelwasser in den Restaurants oder Eiswürfeln. Die Gesundheit wird
nicht darunter leiden, nur die Geschmäcker sind verschieden. Wir
kochen zum Beispiel unseren Morgenkaffee mit Leitungswasser und haben
kein Problem damit. Espresso und Tee schmecken uns auf die Art aber
zu bitter, da bevorzugen wir gekauftes Wasser aus der Flasche. Die
geöffneten Flaschen sollten baldigst aufgebraucht werden, denn durch
die ständige feuchte Hitze entsteht auch hier schnell ein muffeliger
Geruch, und vor allem bei stillem Wasser sammeln sich schnell Keime
an.



Strom und Adapter

Gut zu wissen Posted on Wed, October 12, 2016 08:08:29

Wie
die meisten Expats haben wir auch einige Elektro-Geräte von zu Hause
mitgenommen um nicht alles neu kaufen zu müssen.

Das
ist völlig problemlos, denn die Netzspannung in Singapur beträgt
ebenso 230 V wie wir es kennen, und die Frequenz ist mit 50 Hz auch
die gleiche wie in Deutschland. Alle Geräte können also ohne Sorge benutzt werden.

Unterschiedlich
sind nur die Steckdosen. Diese sind vom Typ G, dem gleichen Typ wie in
Groß Britannien und mit einem drei-poligen Stecker nutzbar.

Demzufolge
brauchten wir die passenden Adapter, die hier in Singapur aber überall
erhältlich sind. Beim Adapter-Kauf habe ich wieder gemerkt, in
welcher Multikulti-Welt wir hier leben. In vielen kleinen Läden und
großen Supermärkten sind die Adapter zu bekommen. Ich habe eine
große Ladung bei „Fair Price“ erworben, dort kosten die
einfachen Stecker 2,50 S$. In Chinatown habe ich diese später sogar
für 2 S$ gesehen. Preislich gesehen also besser in Singapur als in
Deutschland kaufen.
Wer
länger bleibt, sollte sich nicht scheuen, einen größeren Posten
auf einmal mitzunehmen. Ihr glaubt gar nicht, wieviele man davon
braucht.
Es
gibt nur die internationale Ausführung für alle Stecker weltweit.
Das finde ich sehr praktisch für unsere zukünftigen Reisen. Früher
hatten wir unterwegs ein oder zwei Stecker dabei, um Telefon und
Kamera nacheinander aufzuladen. Das habe ich mir für zuhause
abgewöhnt. Während der Toaster mein Frühstück macht, schalte ich
vielleicht mal den Rechner ein, habe die Nachttischlampe noch an,
muss schnell die Zahnbürste aufladen und will Radio hören. Schwupps
– sind fünf Geräte mit deutschem Stecker am Start.

1998
wurde der Strommarkt in Singapur liberalisiert, seitdem gibt es
mehrere private Stromanbieter. Diese sind wegen der schwankenden
Preise allerdings nur für Großkunden vorteilhaft.
Der
Normal- und Privatverbraucher bezieht seinen Strom wie auch Gas und
Wasser über SP Services.

http://www.singaporepower.com.sg/irj/portal/spservices

Die
Anmeldung ist nicht schwierig und wird meistens sowieso von dem
Makler übernommen, der die Wohnung vermittelt.



Internet und Kabelanschluss bestellen

Gut zu wissen Posted on Wed, September 28, 2016 18:48:23

Ohne
WLAN geht heute gar nichts mehr. Fern von zu Hause merke ich, wie
wichtig es geworden ist, mal schnell etwas nachzuschauen. Gerade wer
sich in einem fremden Land in einer fremden Sprache zurechtfinden
muss, für den ist es per Internet einfacher an Informationen zu
gelangen, als sich telefonisch und persönlich durchzufragen.
Außerdem
ist gerade am Anfang der Kontakt nach Hause via Skype, Mail etc.
unheimlich wichtig. Darum haben wir uns als erstes bei 7/11
Prepaidkarten mit großem Datenvolumen für das Handy gekauft und
einen Hotspot eingerichtet, bevor wir endlich einen
Festanschluss bekommen haben.

Die
Prepaidkarten haben wir vorerst natürlich auch zum mobilen Telefonieren genutzt. Jetzt habe ich einen Festvertrag mit Singtel.
Die Tarife ändern sich ständig, darum mache ich darüber lieber
keine genauen Angaben. Aber für 300 Freiminuten und 6 Gb
Datenvolumen zahle ich wesentlich weniger als in Deutschland bei der
Telekom. Das hohe Datenvolumen ist immens wichtig, denn ständig
schaue ich nach Busverbindungen und anderen Informationen wenn ich
unterwegs bin. Hier sucht man immer irgendetwas und wer nichts zu tun hat, der sucht Pokémons – aber das ist eine andere Geschichte.

Für
Mobiltelefonie wie auch für den Anschluss zu Hause sind dieselben
Firmen zuständig: Singtel, Starhub und M1. Den Locals nach ist die Beliebtheit auch genau in der Reihenfolge.
Es gibt mehrere Kombinationen, verbunden mit TV-Paketen, darum sollte sich jeder das beste
selbst heraussuchen. Wir haben uns für Starhub entschieden, weil wir
damit auch das Bundesligapaket wählen konnten. Die Preise variieren
je nach den persönlichen Vorlieben, aber wer bereits in Deutschland
zusätzlich für Sky o.Ä. gezahlt hat, merkt keinen Unterschied.

Für den Internet-Anschluss gibt es in Singapur schon überall FTTH, Fibre genannt. Die Daten werden
ultra-schnell über Glasfaserkabel mit einer Geschwindigkeit um die
300 Mbps transportiert. Zum Vergleich hat DSL bis zu 32 Mbps.

Natürlich
kostet Fibre etwas an Aufpreis, darum sollte der Auftrag gut überlegt
sein. Neuere PCs arbeiten problemlos mit Fibre, aber ältere Geräte
können die Signale nicht umsetzen und dann hat man nichts von dem
schönen schnellen Anschluss. Mein Notebook ist das einzige unserer
Geräte, welches mit vier Jahren zu alt ist, neuere Rechner und (natürlich) sämtliche Produkte von
Apple laufen wie geschmiert.

Der
Anschluss ist einfach beantragt. Es gibt Agenten der verschiedenen
Anbieter die ins Haus kommen und gleich prüfen, welche Anschlüsse
bereits vorliegen und was noch gemacht werden muss. Wir haben den
Kontakt von Bekannten bekommen, ist aber auch auf den Homepages der
Anbieter zu finden.

Ein
paar Tage später kommt dann ein Mitarbeiter der Firma und macht
alles fertig. Bei uns musste noch die Fibre-Verbindung aktiviert
werden, das hat aber insgesamt nur 30 Minuten gedauert und wir hatten
Kabelfernsehen, Wlan und Telefonanschluss.
Wobei Letzteres am
unwichtigsten ist, denn jeder benutzt hier nur sein Handy.
Ich habe
nach unserer Telefonnummer gefragt, weil wir ein Faxgerät
anschließen wollen und der arme Kerl hat mich darauf wie eine
Zeitreisende angesehen…